Home Energie Wärme Immer auf Achse!

Immer auf Achse!

Mirsad Abdakovic (40 Jahre), seit Mai 2012 im Lagerhaus als Tankwagenfahrer tätig, ist Ultraläufer.

Am 26. und 27. September 2014 hat Mirsad den Spartathlon in einer Zeit von 35:48:02 Stunden erfolgreich absolviert.

Spartathlon_Mirsad_1Der Spartathlon ist ein Ultramarathon über eine Strecke von 246 km, der in Griechenland seit 1983 veranstaltet wird. Die historische Strecke von Athen nach Sparta muss dabei in einer Zeit unter 36 Stunden zurückgelegt werden.

Der Vater des Spartathlon ist der griechische Bote Pheidippides, der 490 v. Chr. während der Perserkriege von den Athenern nach Sparta geschickt worden sein soll, um bei den Spartanern um Hilfe in der bevorstehenden Schlacht bei Marathon zu erbitten. Angeblich begab er sich morgens auf die 246 km lange Strecke und kam am Abend des nächsten Tages an.

Bereits in frühester Jugend erkannte Mirsad sein Lauftalent und gewann sämtliche Schul-Laufbewerbe. Nach einer längeren Laufpause startete er an seinem Geburtstag, am 18. April 2010 beim traditionellen Wien-Marathon und erreichte in 3:46 Std./min das Ziel. Die klassische Langstrecke war ihm aber dann bald zu wenig und so beschloss Mirsad auf die Ultralaufdistanz umzusteigen. Bei seiner Premiere – einem 54 Kilometer langem Laufwettbewerb in Kroatien – entdeckte Mirsad seine Vorliebe für solche Ultratrail-Läufe.

Mirsad, wie viele Stunden und Kilometer pro Woche bist du unterwegs?

In normalen Trainingswochen ist der Laufaufwand nicht viel mehr als in der Marathonvorbereitung, da trainiere ich durchschnittlich an die 100-120 Kilometer pro Woche. In der speziellen Vorbereitung wie für den Spartathlon erhöhe ich allerdings mein Trainingspensum auf 200 Kilometer pro Woche.

Müdigkeit beginnt im Kopf, sagt eine aktuelle Studie der Sportwissenschaft. Wie wichtig ist die mentale Komponente beim Ultralauf und wie hast du dich mental auf den Spartathlon vorbereitet?

Je länger die Distanz ist, desto wichtiger ist die mentale Stärke. Beim Ultralauf ist die mentale Komponente somit sehr wichtig. Bereits vom ersten Kilometer an muss man positiv eingestellt in den Wettkampf gehen und bereit sein, diese lange Distanz erfolgreich zu bewältigen. Beim Lauf selber konzentriere ich mich ganz auf meinen Körper – Puls, Trinken, Nahrungsaufnahme – da vergeht dann die Zeit sehr schnell.

Der Spartathlon ist einer der härtesten Ultraläufe der Welt. Startnummern werden nur für 350 Teilnehmer vergeben. Allein die Möglichkeit am Start zu sein, hat mir genug Motivation für den ganzen Lauf gegeben.

Welche Eindrücke nimmst du vom Spartathlon mit?Spartathlon_Mirsad_2

Ich bin mit den besten Ultra-Läufern der Welt am Start gestanden. Das Wetter hat perfekt gepasst. Zwar war ich überzeugt, dass ich den Lauf zu Ende bringe, aber im Endeffekt war es für mich leichter als erwartet. Ich habe den ganzen Lauf genießen können.

Nächstes Jahr möchte ich wieder an den Start gehen und rechne damit den Lauf unter 30 Stunden zu beenden.

Wenn es unterwegs beginnt schwer zu werden und weh zu tun – Wie gehst Du damit um?

Ich habe mein Ziel immer vor Augen und lasse mich von Schwierigkeiten nicht aus der Bahn werfen.
Beim Lauf habe ich genügend Zeit zu überlegen, wie ich diese Probleme löse. Ein Plan B ist immer vorhanden

Welche Tipps gibst du Läufern, denen ein Marathon nicht mehr genug ist und die sich auf eine längere Distanz wagen wollen?

Man sollte nicht gleich mit einem extremen Wettkampf beginnen. 50-km-Rennen sind für den Beginn gerade richtig. Man sollte aber auch mental grundsätzlich bereit sein, längere Distanzen zu laufen. Man muss sich auch bewusst sein, dass man mehr Trainingszeit investieren und mehr Laufkilometer absolvieren muss als für einen Marathon. Gerade in der Vorbereitungsphase musst du auf einiges verzichten und versuchen, das zeitintensive Training so gut wie möglich in den Alltag einzubinden.

Welche sportlichen Ziele hast du für die Zukunft?

Ein großes Ziel ist es, in ein oder zwei Jahren am Ultra-Trail Mont-Blanc teilzunehmen. Dieser Bewerb wird als „Königslauf“, als Lauf der Superlative im Ultralaufsport bezeichnet. Eine Runde um den Mont-Blanc mit Start in Chamonix hat 168 km und 9.600 Höhenmeter. Ich möchte diese Runde in 40 Stunden absolvieren.

Bei den 12-Stunden-Läufen bin ich heuer auf dem 96. Platz der Weltrangliste, für nächstes habe ich mir das Ziel gesetzt bei den 12-Stunden und 24-Stunden-Läufen in die TOP 30 zu kommen.

Viel Erfolg für deine Ziele!

 

 

Ihr Kommentar

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht