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Vom kleinen Korn zum Festmahl für die Kuh

Die Mischfutterwerke zählen zu den größten regionalen Futterproduzenten.

Vom Boden über fünf Stockwerke hinweg auf 50 Meter Höhe und wieder zurück – und das drei Mal hintereinander: Diesen Weg legen Weizen, Roggen, Mais, Gerste und die anderen Rohstoffe zurück, wenn sie im Mischfutterwerk der Unser Lagerhaus WHG zu Tierfutter veredelt werden.

 

Fertiges Futter in 25 Minuten

Rund 25 Minuten dauert es vom Rohstoff bis zum fertig verpackten Futter. In dieser Zeit passiert das Getreide viele Stationen auf seinem dreimaligen Weg vom Erdgeschoss bis unters Dach und wieder zurück: Aus den Silos wird es automatisch in 1 von 30 Rohstoffzellen umgelagert, aus denen dann die einzelnen Komponenten für das Futter entnommen und in einer Vertikal-Mühle vermahlen werden. Mit einem Elevator – einer Art Förderband – geht es dann abermals weit hinauf, bis in die Dosierzellen, um dann über Waagen und verschiedene Mischer wieder nach unten zu gelangen.

Ein letztes Mal tritt die Futtermischung nun die Reise nach oben an, um über Vorpresszellen und die Pelletieranlage Stockwerk für Stockwerk ins Erdgeschoss zu gelangen, wo sie als fertiges Futter verpackt wird.

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Viele heimische Landwirte liefern Rohstoffe für die Mischfutterwerke von „Unser Lagerhaus“ an.

 

300 tierische Rezepte

Rezepte Messner
Geschäftsführer Peter Messner hat früher selbst die Rezepte für die Futterproduktion entwickelt.

Dabei geschieht alles vollautomatisch: Ein Mitarbeiter wählt in der Rezepturdatenbank aus 300 verschiedenen Rezepten aus. „Kuhkorn“ zum Beispiel, das aus Gerste, Weizen, Mais, Roggen, Weizenkleie, Raps, Sonnenblumenschrot, Vitaminen und   Mineralstoffen   besteht. „Alle Rezepturen werden von „Unser Lagerhaus“-Mitarbeiter Stefan Dubbert entwickelt, der Tierernährung studiert hat“, informiert Agrar-Spartenleiter Peter Messner. Viele Jahre hat er selbst solche Rezepte erstellt. Nach der Wahl des Rezeptes gibt man die gewünschte Produktionsmenge ein – dann übernimmt der Computer die Arbeit, mahlt und mischt alles automatisch.

 

 

Tausende Tonnen Futter

112.500 Tonnen werden so jährlich in Klagenfurt verarbeitet. Im Mischfutterwerk Innsbruck sind es rund 28.500 Tonnen. Die gesamte Futter-Produktion ist zu 98 % Gentechnikfrei. Die Tagesproduktion liegt bei 500 Tonnen – damit können sich 333 Kühe ein Jahr lang satt fressen. In der Lagerhalle türmen sich meterhoch die fertig verpackten Futtersäcke. Rot, blau, gelb, orange und grün – jede Farbe steht für ein anderes Tier.

Platz ist dort für 3.000 Tonnen, der Großteil des Futters wird aber per Silo-Lkw zu den Landwirten geliefert oder von ihnen abgeholt. Zum überwiegenden Teil, 55 Prozent, ist es Geflügelfutter, das in Klagenfurt produziert und dann unter anderem von den Hühnern der Wech-Landwirte aufgepickt wird. Der Mais dafür stammt ausschließlich von Kärntner Landwirten. Auch die restlichen Rohstoffe sind zum überwiegenden Teil von heimischen Bauern.

Aus der Region für die Region

Und so schließt sich der regionale Wertschöpfungs-Kreislauf. Messner: „Rohstoffe aus der Region werden in der Region verarbeitet und dann wiederum an heimische Tiere verfüttert.“

 

600.000 Futtersäcke für Huhn & Hase

Robert Kummer
Robert Kummer: „Wir produzieren jährlich 600.000 Futtersäcke“

Es sind unvorstellbare Mengen, die in den Mischfutterwerken produziert werden. 112.500 Tonnen – so eine Zahl ist schwer fassbar. Leichter wird es, wenn man sich einen Futtersack ansieht und mihn mit 600.000 multipliziert. So viele Säcke verlassen pro Jahr die Klagenfurter Werke. Damit könnte man die Strecke zwischen Klagenfurt und Innsbruck auslegen. Dort steht ein weiteres Werk, in dem Betriebsleiter Joachim Knapp mit seinem Team rund 280.000 Säcke Qualitätsfutter pro Jahr herstellt. Produziert wird nicht ausschließlich für Landwirte. Klagenfurt-Produktionsleiter Robert Kummer: „Auch Mädchen kaufen unser Futter für ihre Hasen, genauso wie viele Pferde- und Hühnerbesitzer oder Fischzüchter.“

 

 

Qualitätssicherung im eigenen Labor

Eiweiß-, Feuchtigskeits- und Toxingehalt – den strikten Parametern der Analysegeräte entgeht nichts. Bevor Rohware in den Mischfutterwerken von „Unser Lagerhaus“ abgeladen werden darf, wird sie überprüft. Ist etwa der Proteingehalt zu hoch, darf das Getreide nicht mehr zu Braugerste verarbeitet werden. Auch die fertigen Produkte werden auf Protein, Fett, Rohasche und Feuchtigkeit überprüft.

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Kontrolle von Anfang an: Bevor der LKW den Rohstoff abladen darf, wird dieser analysiert.

Qualitätskontrolle und -sicherung ist in den Mischfutterwerken einer der wesentlichsten Parameter. Zahlreiche Zertifizierungen wie das AMA-Güte-siegel, ISO 9000, HACCP, Bio oder GMO-frei garantieren Qualitätskontrolle, – Sicherung und Rückverfolgbarkeit.

Jährlich werden 2 bis 3 Millionen Euro in die Werke investiert.


 

Wichtige Zahlen auf einen Blick

In Kärnten betreibt Unser Lagerhaus zwei Mischfutterwerke in Klagenfurt, in denen 50 Mitarbeiter tätig sind. In einem wird konventionelles Futter hergestellt, im anderen Bio-Fut-ter – das macht 15% der Gesamtproduktion, also etwa 18.000 t/Jahr aus. Insgesamt werden 112.500 t pro Jahr verarbeitet. 55 % sind Geflügelfutter, 35 % Rinderfutter, gefolgt von Schweinefutter.

Im eigenen Labor werden Rohstoffe sowie fertige Produkte analysiert und kontrolliert. Rohstoffe stammen vorwiegend von Landwirten aus der Region, der Mais zu 100 %.

In Tirol gibt es in Innsbruck ein Mischfutterwerk der WHG mit 27 Mitarbeitern. Dort werden rund 28.500 t Qualitätsfutter im Jahr produziert – hauptsächlich Rinderfutter (85 %).

 

Serviceleistungen der Sparte Agrar im Überblick

Die Sparte Agrar von „UnserLagerhaus“ bietet für Landwirte zahlreiche Serviceleistungen an – vom Anbau über Ernte bis hin zur Fütterung – damit am Hof und am Feld alles rund läuft.

Ackerbau: Bodenprobenanalysen von Acker- oder Grünlandflächen, mobile Bodenprobenentnahme mittels GPS-unterstütztem Fahrzeug zur Bestimmung der Nährstoffsituation, Düngerberatung mit Berechnung, individuelle Düngermischungen, Kalk- und Düngerstreuerverleih, pH-Wert-Feststellung am Acker, N-Tests im Getreide zur Ermittlung des Stickstoff- Düngebedarfs, Felderbegehungen mit Bestandsanalyse, Pflanzenschutzberatungen, Saatgut-Sortenvergleiche und Praxisversuchsernten, Drohnen-Service.

Landwirtschaftliche Erzeugnisse: Preisabsicherungsmodelle für Getreide und Mais, aktuelle Marktinformationen durch eine interne Agrar-Informationsplattform, Organisation der Getreide- und Maisernte inkl. Abfuhr, Prämienverträge mit Mindestabsicherung bei Mais, Lohnlagerung.

Mischfutter: Fütterungsberatung mit Rationsberechnung, Grundfutteranalysen, Mahlen, Mischen und Quetschen direkt am Hof mit einer fahrbaren Mühle, Trocknung von Getreide, Mais und Sojabohnen, Lohnaufbereitung für Sojabohnen.

Holzhandel: Übernahme und Vermarktung aller anfallenden Holzsortimente in Groß- oder Kleinmengen, Holzschlägerung und Auszeige von Durchforstungen.

 

 

 

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